WASSER AUF ALUMINIUM UND KÜHLAGGREGAT - SO KOMMT DAS EIS IN DIE HALLE
Ungefähr 72 Stunden dauert es, bis eine Eisfläche nahezu beliebiger Größe am Veranstaltungsort bereit ist für die Premiere. Der Eismeister von Holiday on Ice ist deshalb während einer Tournee immer der Erste in einer neuen Gastspielstadt. Sobald sich die Türen der Transportcontainer öffnen, fällt der Startschuss zum Countdown für den Eiseinbau. Zuerst wird der Boden der Veranstaltungshalle mit Styropor und Plastikfolie ausgelegt. So nimmt selbst ein empfindlicher Hallenboden keinen Schaden durch Kälte oder Flüssigkeit. Auf diese Schutzschicht kommen circa 200 Aluminiumplatten, durch die ein mit einem Kühlaggregat verbundenes Röhrensystem verläuft. Holz begrenzt den Außenrand der Plattenkonstruktion, Lücken zwischen den Aluminiumteilen werden mit Sand und Papier aufgefüllt. Nun entsteht das Eis: Wasser ist die erste Deckschicht auf den Aluminiumplatten; es gefriert, indem Kühlflüssigkeit mit circa minus 13° C durch die Röhren in den Platten fließt. Danach wird ein Wasser-Kreide-Gemisch aufgetragen, welches später für das gleichmäßig strahlendweiße Aussehen der Eisfläche sorgt. Sobald diese Schicht gefroren ist, trägt der Eismeister weitere Lagen Wasser auf. Der optimale Eisuntergrund für die Holiday on Ice-Tänzer muss drei bis fünf Zentimeter dick sein. Während des Gastspiels schleift der Eismeister mit dem sogenannten "Eistraktor", einer mobilen Maschine zur Eiserneuerung, vor Beginn und in der Pause jeder Show die benutzte Eisfläche. Dabei sprüht er warmes Wasser auf, um Kratzer auszugleichen und so Verletzungsgefahren für die Eisläufer zu beseitigen. Ein Nebeneffekt der Arbeit mit dem "Eistraktor" ist es übrigens, dass die Eisfläche zum Ende des Gastspiels hin immer dicker wird. Selbstverständlich entsorgt Holiday on Ice nach jedem Gastspiel das Eis in extra bereitstehenden Müllcontainern und pumpt die Kühlflüssigkeit in den dafür vorgesehenen sogenannten "Tankcontainer" zurück.