100 Tage Mutter Oberin bei SISTER ACT
Ein Kurzinterview mit Doris Kunstmann
Vor 100 Tagen hatten Sie Ihre Premiere als Mutter Oberin im Musical SISTER ACT - und damit auch Ihre Premiere auf der Musical-Bühne. Ist es denn immer noch so ungewohnt und aufregend wie am Anfang?
Doris Kunstmann: Nein, zum Glück nicht. Ich spiele sechs Shows in der Woche, das ist schon ein bisschen Routine. Und an das Gewusel hinter der Bühne habe ich mich auch wunderbar gewöhnt. In der Zwischenzeit ist das TUI Operettenhaus mit unserem kleinen Kloster hier ein gefühltes zweites Zuhause für mich.
Hat sich ihre "Mutter Oberin" verändert?
Doris Kunstmann: Das kann man ja selber immer schlecht beurteilen, zumal sich eine Rolle unbewusst nie von heute auf morgen ändert - das hätte ich dann schon gemerkt. Aber ich habe gehört, sie sei jetzt nicht mehr von ganz so furchteinflößender Strenge und hin und wieder sogar ein wenig locker.
Merkt man das denn daran, wie "Ihre" Nonnen mit Ihnen umgehen?
Doris Kunstmann: Eigentlich nicht. Auf der Bühne bin ich schon die Autoritätsperson, da traut sich keine der Schwestern wirklich frech zu sein. Und hinter der Bühne ist die Stimmung von Anfang so gut gewesen, dass ich mich zwischendurch sehr konzentrieren muss, um wieder streng zu sein und zu schimpfen. Aber sowohl auf als auch hinter der Bühne hab ich schon manchmal richtige Muttergefühle für die Truppe.
Hat sich für Sie persönlich denn in den 100 Tagen etwas geändert - lernen Sie immer noch dazu?
Doris Kunstmann: Ich bin ja im Gegensatz zu allen anderen hier auf der Bühne keine Sängerin, hab aber durch die Rolle so viel Lust am und aufs Singen bekommen, dass ich jetzt beschlossen habe Unterricht zu nehmen. Stillstand bekommt mir halt einfach nicht!


