Hinter der Kamera und doch mittendrin

Die Kamerafrauen von BAT OUT OF HELL

Bei BAT OUT OF HELL rocken die Darsteller – und drei Kamerafrauen, die als Teil des Stücks auf der Bühne unterwegs sind und die Szenen hautnah einfangen. Die Aufnahmen werden live in den Zuschauerraum projiziert, sodass das Publikum das Geschehen noch näher verfolgen kann und den Eindruck gewinnt, es wäre selbst Teil der Inszenierung. Um diese einzigartige Idee realisieren zu können, braucht es jedoch motivierte Frauen, die gerne auf der Bühne und zugleich hinter der Kamera stehen.
Das Besondere am Konzept von BAT OUT OF HELL ist, dass es für jede der Kamerafrauen einen Perspektivwechsel bedeutet. Denn während Hedi und Jasmin in der Vergangenheit Erfahrung hinter der Kamera sammeln konnten, war Hannah bisher stets Darstellerin auf der Bühne.

HANNAH USEMANN

Hannah Usemann

Für Hannah ist die Arbeit als Kamerafrau eine eher ungewöhnliche Fügung, denn anders als die beiden anderen kam sie durch ihre Leidenschaft für Tanz zum Theater. Dieses Hobby begleitete sie lange Zeit, sodass sie schließlich begann, als Tanzlehrerin mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. 2016 wurde sie dann Teil des Tanzensembles der Rocky Horror Show.

Durch eine Begegnung mit Jay Scheib, dem Regisseur von BAT OUT OF HELL, wurde Hannah schließlich Teil des Kamerateams. Bereits bei der Oper Surrogate Cities stand sie live mit Kamera auf der Bühne, sodass sie nun bei BOOH ihre Erfahrung als Bühnendarstellerin mit ihrem neu entdeckten Kameratalent verbinden kann.

Hannah Usemann

HEDI LEONHARDT

Hedi absolviert derzeit ein Bachelorstudium zur Ton- und Bildingenieurin an der Robert-Schumann-Hochschule und Hochschule Düsseldorf. Dort lernt sie im Hauptfach Schlagzeug und im Nebenfach Gesang. Sie schreibt derzeit ihre Bachelorarbeit und ist in den letzten Zügen ihres Studiums, weswegen sie alle anderen Haupt- und Nebenfächer bereits abgeschlossen hat. Außerdem tritt sie mit ihrer Unplugged Band auf, arbeitet freiberuflich im Bereich der Veranstaltungstechnik und als Kamerafrau und ist Mitglied im Looters e. V., einem freien Theaterensemble. All dies macht sie zu einem musikalischen Multitalent – die perfekte Voraussetzung für Ihre Rolle in BOOH. Das fand auch ihre Freundin, die online eine Stellenausschreibung sah und Hedi animierte, sich zu bewerben.

JASMIN WROBEL

Wie fühlt sich die Bühne als Kamerafrau an?

Eines ist die Arbeit als Kamerafrau auf der Bühne in jedem Fall: abwechslungsreich. Für Jasmin, Hedi und Hannah ist es die unterschiedliche Spielweise und Nutzung des Raums, die Statur der Darsteller und das interaktive Spiel, das die Kameraarbeit so reizvoll und besonders macht. Jedes Mal auf Anhieb zu reagieren, wenn sich etwas ändert und ein Darsteller sich bewegt, ist Herausforderung und Reiz zugleich. Jede Situation ist anders, weshalb die Kamerafrauen gelegentlich tricksen müssen, um rechtzeitig zu reagieren. Diese Gruppendynamik spiegelt sich auch in der Fightsequenz Revved Up – Hannahs Lieblingsszene – wider.
All die Unberechenbarkeit bringt natürlich auch etwas Lampenfieber mit sich. Jasmin kennt diese Nervosität ganz besonders, vor allem wenn sie am Ende als erstes Gruppenmitglied nach vorne treten und sich verbeugen muss. Während des Filmens selbst ist sie jedoch ebenso wie ihre Kolleginnen voll konzentriert, um jede Szene perfekt einzufangen und keinem Darsteller in den Weg zu laufen. Schnelles Reaktionsvermögen und technisches Können sind also die Grundpfeiler, auf denen die Arbeit der drei Kamerafrauen bei BOOH aufbaut. Zwischen beeindruckend schönen Kostümen und energievollen Liedern, wie Jasmins Lieblingssong Rock'n'Roll und Bier, kommt es zu magischen Momenten, die sowohl die Kamerafrauen als auch das Publikum in ihren Bann ziehen. Hedi schätzt dabei besonders die Paradies-Sequenz, bei der die Darsteller direkt in die Kamera spielen. Ausdrucksstärker lassen sich Bühne und Zuschauerraum wohl kaum miteinander verbinden.