Die Geschichte Hinter dem Musical

Inspiriert worden ist das Broadway-Musical ANASTASIA von der Legende, nach der Anastasia Nikolajewna Romanowa möglicherweise als Einzige den Moment überlebte, als die Revolutionäre 1917 die gesamte Zarenfamilie auslöschten. Lange gab es keine Gewissheit, ob sie vielleicht das Gedächtnis verloren und in Paris wiederaufgetaucht wäre. Das Broadway-Musical erzählt seine eigene Geschichte, aber hier können Sie die historischen Hintergründe dazu nachlesen.

Anastasia
Anastasia

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 hatte nicht nur verheerende Niederlagen der russischen Armee zur Folge, sondern auch Lebensmittelknappheit auf dem Land und in den Städten.

Nachdem auch die Armee dem Herrscher die Gefolgschaft verweigert hatte, sah sich Zar Nikolaus II. Ende Februar 1917 zu seiner Abdankung gezwungen und beendete die rund 300-jährige Herrschaft der Familie Romanow.

Die Macht in Russland übernahm zunächst eine Übergangsregierung, die zur Aufgabe hatte, auf schnellstem Wege eine verfassungsgebende Versammlung einzuberufen, auf der die zukünftige Staatsform Russlands entschieden werden sollte.

Diese Versammlung sollte jedoch niemals zusammenkommen, da die Bolschewiki im Oktober 1917 gewaltsam die Macht ergriffen und die Pläne der Übergangsregierung zunichtemachten – der Höhepunkt der sogenannten „Oktoberrevolution„.

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Die Folgen der Revolution

Die Revolution in Russland brachte nicht nur weitreichende Veränderungen für das Land, sondern auch für den abgesetzten Herrscher Zar Nikolaus II. und seine Familie.

Die britische Monarchie verweigerte der Zarenfamilie das Asyl, aufgrund der deutschen Herkunft der Ehefrau des Zaren, Zarin Alexandra, da sich zu dieser Zeit Großbritannien im Krieg mit Deutschland befand.

Die Übergangsregierung entschied zunächst die Familie nach Sibirien zu bringen, da die Sicherheit des Zaren in der Hauptstadt Petrograd aufgrund der unruhigen politischen Verhältnisse nicht länger garantiert werden konnte.

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Nach der Machtübernahme durch die Bolschewiki im Oktober/November 1917 wendete sich das Blatt zum Schlechteren für den Zaren: Die neuen Machthaber schränkten sämtliche Freiheiten für die ehemalige Herrscherfamilie ein und brachten sie nach Jekaterinburg, eine Stadt am Ural.

Unter falschem Vorwand brachten die Bolschewiki die Zarenfamilie mitsamt Gefolgschaft in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni 1918 in den Keller des Ipatjew-Hauses, in dem sie festgehalten worden war. Anschließend eröffnete ein Erschießungskommando das Feuer auf die Zarenfamilie.